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Magen-Darm-Grippe: Alles Wissenswerte über Symptome, Dauer und Ernährung

Eine Magen-Darm-Grippe wird meist durch Viren oder Bakterien verursacht. Mit einer normalen Grippe hat die Erkrankung dabei nichts zu tun. Der Körper entwickelt Symptome wie Erbrechen und Durchfall, um sich von den Erregern zu reinigen. Nach wenigen Tagen ist der Spuk meistens vorbei.
Magen-Darm-Grippe: Pektine unterstützen die Genesung
Zuletzt aktualisiert am: 20.02.2018
Inhalt

Vor allem in der Winterzeit erkranken viele Menschen an einer Magen-Darm-Grippe, Ärzte sprechen von einer Gastroenteritis. Auch im restlichen Jahr stellen sich Patienten mit Brechdurchfall häufig bei ihrem Hausarzt vor. Eine Magen-Darm-Grippe ist eine Entzündung von Magen und Darm, meist hervorgerufen durch Viren oder Bakterien. Mit einer typischen Grippe, einer Influenza, hat die Erkrankung nichts zu tun. Der Körper entwickelt die Symptome, um sich selbst zu reinigen und die Erreger möglichst schnell wieder loszuwerden. Nach wenigen Tagen ist der Spuk meistens vorbei. Spezielle Medikamente sind nicht notwendig. Besonders bei Babys und älteren Menschen ist es aber wichtig, auf die nötige Flüssigkeitszufuhr zu achten.

Ursachen einer Magen-Darm-Grippe

Welche Ursachen eine Magen-Darm-Grippe haben kann

Entzünden sich die Schleimhäute von Magen und Dünndarm gleichzeitig, ist häufig eine virale oder eine bakterielle Infektion die Ursache. Auch der Dickdarm kann betroffen sein. Selten können Parasiten, Medikamente, Röntgenstrahlen oder radioaktive Strahlung für eine Gastroenteritis verantwortlich sein. Die Erreger gelangen per Schmierinfektion oder durch verunreinigte Nahrungsmittel in den Mund und durchwandern von dort aus den Verdauungstrakt, bis der Körper sie mit dem Stuhlgang wieder ausscheidet.

Die akute Schädigung der Magenschleimhaut durch Viren, Bakterien oder ihre Giftstoffe meldet dem Steuerzentrum im Gehirn den Befehl für den Brechreiz: Der Körper versucht, die Angreifer durch Erbrechen umgehend wieder loszuwerden. Der folgende Durchfall hat den gleichen Hintergrund. Sobald die Erreger im Darm angekommen sind, greifen sie auch hier die Schleimhaut an und verursachen eine Entzündung.

Viren, die häufig eine Magen-Darm-Grippe verursachen:

  • Noroviren
  • Rotaviren
  • Adenoviren

Bakterien, die häufig eine Magen-Darm-Grippe verursachen:

  • Salmonellen
  • Shigellen
  • Campylobacter jejuni
  • Yersinien
  • Escherichia coli

Parasiten, die in Deutschland nur selten für eine Gastroenteritis verantwortlich sind:

  • Amöben
  • Lamblien

Weitere Ursachen für eine Magen-Darm-Grippe

Starke Medikamente, zum Beispiel im Rahmen einer Chemotherapie gegen Krebs oder Strahlenbehandlungen können ebenfalls die Schleimhäute in Magen und Darm zerstören. Es folgen ähnliche Symptome wie bei einer infektiösen Magen-Darm-Grippe.

Verlauf und Symptome

Verlauf und Symptome: Wie eine Magen-Darm-Grippe abläuft

Ärzte sprechen, wenn es um eine Gastroenteritis geht, gerne auch von Brechdurchfall. Der Begriff fasst die typischen Symptome einer Magen-Darm-Grippe perfekt zusammen. Da sich die verursachenden Keime vom Mund über den Magen durch den Darm vorarbeiten, tritt bei vielen Betroffenen zunächst Übelkeit und Erbrechen auf. Der Durchfall folgt nach Stunden bis wenigen Tagen. Selbstverständlich können auch beide Symptome parallel auftreten, was das Risiko des Körpers auszutrocknen deutlich erhöht.

Weitere mögliche Symptome einer Gastroenteritis sind zum Beispiel:

Wie lange eine akute Magen-Darm-Grippe dauert, hängt ganz vom Erreger ab. Ärzte rechnen bei gesunden Menschen mit Verläufen von circa zwei Tagen für das Erbrechen und zwischen zwei und zehn Tagen für den Durchfall.

Behandlung
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Therapie: Wie der Arzt eine Magen-Darm-Grippe behandelt

Solange es sich bei der erkrankten Person nicht um ein Baby, ein Kleinkind oder einen alten Menschen handelt, haben Sie die Möglichkeit, erst einmal abzuwarten. Eine infektiöse Magen-Darm-Grippe vergeht meist von selbst wieder. Das eigentliche Problem ist der Verlust von Wasser und Salz (Elektrolyten).

Gerät der Flüssigkeitshaushalt aus dem Gleichgewicht, kann dies schwerwiegende Folgen für den Kreislauf und somit die Durchblutung aller lebenswichtigen Organe haben. Ihr Arzt wird Ihnen zunächst empfehlen, viel zu trinken. Stilles Mineralwasser eignet sich genauso wie milde Teesorten. Softgetränke, Kaffee, Fruchtsaft und Alkohol reizen Magen und Darm und helfen nicht.

Behalten Sie nicht nur Ihren Flüssigkeitshaushalt im Auge. Denken Sie auch an den Salzverlust durch Erbrechen und Durchfall, der besonders für Kinder eine Gefahr darstellen kann. Bei Bedarf erhalten Sie in der Apotheke sogenannte orale Rehydrationslösungen (ORS). Sie lösen das Elektrolytpulver nach Anweisung in Wasser auf und bringen mit der Einnahme Ihren Zucker- und Salzhaushalt wieder ins Gleichgewicht. Gehen Sie sparsam mit diesem Medikament um und halten Sie besonders bei jungen Patienten Rücksprache mit dem Kinderarzt.

Medikamente bei Magen-Darm-Grippe

Welche Medikamente bei Magen-Darm-Grippe sinnvoll sind

Einen unkomplizierten Verlauf wird der Hausarzt nicht mit Medikamenten behandeln. Sind Bakterien die Auslöser für eine Gastroenteritis, kommen eventuell Antibiotika zum Einsatz. Besonders bei Frühgeborenen, Menschen die an einer Abwehrschwäche leiden und komplizierten Krankheitsverläufen können die Wirkstoffe die Dauer der Erkrankung verkürzen und die Schwere mildern.

Eine typische virale Magen-Darm-Grippe muss das Immunsystem alleine bekämpfen. Um den kranken Organismus zu unterstützen und eventuell einen Krankenhausaufenthalt mit Infusionstherapie zu vermeiden, finden Sie verschiedene Medikamente gegen Erbrechen und Durchfall in der Apotheke. Bedenken Sie aber immer, dass der Körper mit seiner unangenehmen Reaktion nur versucht, die Keime auf dem schnellsten Weg wieder loszuwerden. Hindern Sie ihn daran, indem Sie zum Beispiel Durchfall mit einem Präparat wie Loperamid stoppen, das die Darmbewegungen ausbremst, verlängern Sie wahrscheinlich die Dauer der Magen-Darm-Grippe.

Sekretionshemmer

Sinnvoll ist der Wirkstoff Racecadotril. Er hemmt die Abgabe von Wasser in den Darm und kann so vor Austrocknung schützen. Das Medikament ist auch für Kinder erhältlich. Ihr Kinderarzt wird Sie beraten.

Antiemetika

Medikamente gegen Erbrechen können sinnvoll sein, wenn der Magen eine Pause von scheinbar unstillbarem Übergeben benötigt. Der Wirkstoff Dimenhydrinat wirkt direkt im Brechzentrum des Gehirns und macht zusätzlich müde. Eine Stunde Schlaf zwischendurch kann das aufgebrachte Verdauungssystem beruhigen.

Probiotika

Lebende Mikroorganismen wie Milchsäurebakterien haben die Fähigkeit, die von Erregern angegriffene Darmflora zu regenerieren. Nehmen Sie Probiotika bei einer Magen-Darm-Grippe ein, haben Sie eine gute Chance die Durchfalldauer zu verkürzen.

Wie Sie eine Magen-Darm-Grippe zu Hause behandeln können

Essen Sie sich nach einer ersten Teepause wieder gesund. Ihr Darm braucht Nahrung, damit die wichtigen Verdauungszellen der Schleimhaut nicht verhungern und erst mühevoll wieder aufgebaut werden müssen. Setzen Sie dabei zunächst auf Schonkost. Essen Sie leichte Speisen, verzichten Sie auf Fett und Süßigkeiten. Achten Sie dabei immer auf Ihr Wohlbefinden. Ihr Körper wird Ihnen zeigen, welche Nahrungsmittel Sie vertragen. Beginnen Sie mit Reisschleim und einer milden Suppe. In den nächsten Tagen eignen sich Brot, Reis, Nudeln und geriebener Apfel für den langsamen Kostaufbau.

Hausmittel

Hausmittel für eine schnellere Genesung

Wer keine wissenschaftlichen Studien benötigt, um einer Therapie eine Chance zu geben, kann sich bei den Hausmitteln umsehen. Natürlichen Stoffen wie Pektinen im Apfel, Heilerde, Aktivkohle und Weißem Ton sagen Naturheilkundler nach, dass sie schädliche Substanzen und Krankheitskeime an sich binden (adsorbieren) und mit dem Stuhl ausscheiden können.

Quellstoffe gegen Durchfall

Flohsamenschalen und Leinsamen sind bekannt für ihre regulierende Wirkung auf den Darm. Die sogenannten Quellstoffe binden Wasser im Darm, vergrößern das Volumen des Stuhlgangs und geben Durchfällen eine festere Konsistenz. Sie umhüllen krankmachende Darmkeime und scheiden diese mit dem Stuhl aus. Zusätzlich verlängern sie die Zeit, die der Stuhl braucht, um durch den Darm zu wandern. Die überschießenden Darmbewegungen bei einer Gastroenteritis können sich so beruhigen. Nehmen Sie ein Fertigpräparat mit ausreichend Flüssigkeit ein.

Die wichtigsten Fragen zum Thema Magen-Darm-Grippe

Ansteckung

Wie stecke ich mich mit einer Gastroenteritis an?

Die Erreger gelangen per Schmierinfektion oder durch verunreinigte Getränke und Lebensmittel in Ihren Körper. Im Winter können Viren tagelang auf Türklinken oder Plastikspielzeug überleben. Regelmäßiges Händewaschen mit Seife über mindestens 30 Sekunden kann Sie und Ihre Familie schützen. Die Desinfektion der Hände ist nur im Krankenhaus notwendig oder wenn ein Neugeborenes in Ihrer Familie lebt.

Dauer

Wie lange dauert es von der Ansteckung bis zum Ausbruch einer Gastroenteritis?

Die sogenannte Inkubationszeit kann bei einer Magen-Darm-Grippe zwischen wenigen Stunden bis zu Wochen liegen. Die Zeitspanne zwischen Ansteckung und Ausbruch der Erkrankung orientiert sich stark am Erreger. Noro- und Rotaviren haben eine Inkubationszeit von zehn Stunden bis zu zwei Tagen, Salmonellen von fünf Stunden bis zu drei Tagen, Amöben sogar von eine bis vier Wochen. Handelt es sich um eine bakterielle Lebensmittelvergiftung, treten die ersten Symptome nach acht bis 16 Stunden auf.

Wie erkenne ich eine Magen-Darm-Grippe?

Eine typische Magen-Darm-Grippe beginnt mit Übelkeit und Erbrechen, eventuell tritt auch Fieber auf. Sie fühlen sich matt und abgeschlagen. Nach einigen Stunden oder auch wenigen Tagen tritt Durchfall auf und das Erbrechen lässt nach. Solange keine weiteren gravierenden Symptome auftreten und Sie Flüssigkeit und Schonkost vertragen, leiden Sie wahrscheinlich an einer unkomplizierten Magen-Darm-Grippe.

Wie lange dauert eine Magen-Darm-Grippe?

Viele Magen-Darm-Infektionen beginnen sehr heftig und klingen innerhalb weniger Tage spontan wieder ab. Der Körper hat sich durch Erbrechen und Durchfall von den Erregern gereinigt und das Immunsystem hat die Eindringlinge im Inneren bekämpft. Häufig legt sich das zuerst aufgetretene Erbrechen nach ein bis zwei Tagen. Der Durchfall dauert durchschnittlich zwei bis zehn Tage an.

Je eher Sie mit dem Kostaufbau beginnen, desto rascher kann sich der Darm erholen. Verzichten Sie zu lange auf Nahrung, verhungern die Zellen der Darmschleimhaut und brauchen Zeit, sich zu erneuern. Grundsätzlich hängt die Dauer der Erkrankung mit dem Erreger zusammen. Eine Magen-Darm-Grippe, die von Viren verursacht ist, geht schneller vorbei, als eine Campylobacter-Erkrankung. Sind Bakterien die Ursache, verordnet der Arzt eventuell ein Antibiotikum.

Ernährung

Was darf ich essen, wenn ich eine Magen-Darm-Grippe habe?

Legen Sie zu Beginn eine kurze Teepause ein, um dem Magen die Möglichkeit zu geben, sich zu erholen. Beginnen Sie den Kostaufbau so früh wie möglich mit Nahrungsmitteln, die leicht verdaulich sind. Verzichten Sie zunächst auf fettige und süße Speisen. Zwieback, Toastbrot, Bananen und Reisschleim sind eine gute Basis.

Apfelmus oder geriebener Apfel führt dem Körper Pektin zu, das gegen Durchfall helfen kann. Salzstangen im Maßen verträgt der Körper häufig gut. Cola dahingegen enthält zu viel Zucker und schadet dem Darm bei Durchfall eher. Trinken Sie stilles Wasser oder milde Teesorten. Säuglingen bekommt Muttermilch oder Reisschleim am besten. Verzichten Sie während einer Magen-Darm-Grippe auf Alkohol, Nikotin und Kaffee, um Ihren Verdauungstrakt zu schonen.

Magen-Darm-Grippe in der Schwangerschaft

Ist eine Gastroenteritis in der Schwangerschaft besonders gefährlich?

Während der Schwangerschaft ist der Flüssigkeitsbedarf der Mutter erhöht. Achten Sie daher darauf, genügend Flüssigkeit und Salze zu sich zu nehmen. Ihr Frauenarzt wird Sie beraten und die Schwangerschaft überwachen. Im Normalfall stellt eine Magen-Darm-Grippe keine Gefahr für das ungeborene Kind dar.

Wann zum Arzt?

Wann sollte ich wegen einer Gastroenteritis zum Arzt gehen?

Generell ist es wichtig, mit kleinen Kindern und alten Menschen frühzeitig zum Arzt zu gehen, wenn Erbrechen und Durchfall auftreten. Sehen Sie nach einem Tag keine Besserung, fragen Sie bitte Ihren Kinderarzt oder Ihren Hausarzt um Rat. Gesunde Schulkinder und Erwachsene können bis zu drei Tage abwarten. Achten Sie auf folgende Warnzeichen, um eine Austrocknung (Dehydratation) des Körpers zu vermeiden:

  • akuter Gewichtsverlust (bei Säuglingen und Kleinkindern wird es ab 10 % des Körpergewichts gefährlich)
  • trockene Schleimhäute im Mund
  • abnehmende Mengen von Urin
  • zunehmende Faltenbildung der Haut am Bauch
  • eingesunkene Augen
  • bei Säuglingen auch eine eingesunkene große Fontanelle am Oberkopf

Entdecken Sie Blut im Stuhl oder im Erbrochenen, hat der Patient sehr starke Schmerzen oder scheint sehr benommen, sinkt das Fieber nicht mehr oder ist das Erbrechen nicht zu stillen gehen Sie bitte sofort mit dem Betroffenen zum Arzt. Eine weitere Abklärung der Magen-Darm-Erkrankung ist unverzüglich notwendig.

Wann kann ich nach einer Magen-Darm-Grippe wieder zur Arbeit gehen und wann kann ich mein Kind zurück in den Kindergarten oder in die Schule schicken?

Das wichtigste Kriterium ist hier natürlich die Genesung. Wer Durchfall hat und erbricht, ist bei der Arbeit oder in der Schule nicht gut aufgehoben. Warten Sie also ab, bis die Symptome sich gelegt haben und Sie wieder Nahrung zu sich nehmen können. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Ansteckungsgefahr für Kollegen und Schulkameraden.

Am höchsten ist das Risiko, wenn die Symptome sehr ausgeprägt sind. Hat sich der Stuhl normalisiert, verschwinden auch die Keime langsam aus dem Stuhl. Besonders hartnäckig sind hier die Noroviren, die bis zu zwei Wochen nach der Genesung noch im Stuhl nachweisbar sein können. Einige E.coli Typen finden Labormediziner noch nach drei Wochen sowie Campylobacter und Shigellen nach vier Wochen.

Hat der Arzt keinen problematischen Erreger nachgewiesen, können Sie nach dem Abklingen der Symptome wieder zur Arbeit gehen. Achten Sie bitte trotzdem noch ein paar Tage besonders auf die Hygiene in Bad und Toilette. Regelmäßiges Händewaschen mit Seife schützt die Menschen um Sie herum vor dem Magen-Darm-Erreger.

Quellen:

  • Gerd Herold und Mitarbeiter, Innere Medizin, Selbstverlag, Köln 2014
  • Schönau und Mitarbeiter: Pädiatrie integrativ, Urban & Fischer, München 2004
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