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Krankheiten & Symptome

Der Einfluss von Stress beim Magengeschwür

Stress kann auf den Magen schlagen. Doch kann ständiger psychischer Druck tatsächlich ein Magengeschwür verursachen?
Gestresste Frau nachdenklich im Wald
Inhalt

Stress kann auf den Magen schlagen. Dieses Phänomen erleben viele Menschen in ihrem Alltag immer wieder. Sie verlieren ihren Appetit oder verspüren ein Gefühl von Übelkeit, wenn sie unter Stress stehen. Sind Situationen mit vermehrtem psychischen Druck aber auch eine mögliche Ursache für ein Magengeschwür oder ein Geschwür des Zwölffingerdarms? Gastroenterologen können dies nicht bestätigen. Denn die Entwicklung eines solchen Ulkus ist ein komplexer Prozess. Meist geht ihm eine längere Krankengeschichte voraus. Von einem "Stressulkus", einem stressbedingten Geschwür, sprechen Mediziner stattdessen in Zusammenhang mit einem massiven körperlichen und psychischen Trauma, zum Beispiel nach einem Verkehrsunfall.

Macht der täglicher Stress den Magen krank?

Macht täglicher Stress den Magen krank?

Ein Magengeschwür entsteht nicht einfach, weil etwa ein vielbeschäftigter Manager täglich unter psychischem Druck steht oder bei einer multitaskinggeplagten alleinerziehenden Person, die rund um die Uhr im Stress ist. Verschiedene Faktoren sind für die Erkrankung verantwortlich. Das Geschwür entwickelt sich über einen längeren Zeitraum, zum Beispiel auf dem Boden einer Magenschleimhautentzündung (Gastritis). Hier spielt das weit in der Bevölkerung verbreitete Bakterium Helicobacter pylori eine wichtige Rolle.

Weitere mögliche Ursachen für die Entstehung eines Magengeschwürs sind zum Beispiel Alkohol, verschiedene Medikamente (NSAR, Schmerzmittel und Medikamente gegen Rheuma) und eine stark säurehaltige Ernährung. Beachtet ein Patient die ersten Sympyome nicht, kann sich aus einer unbehandelten Magenschleimhautentzündung ein Magengeschwür entwickeln. Mit oder ohne Stress. Extremer Stress kann jedoch die Produktion von Magensäure überschießen lassen und so zu einem aggressiven Magenmilieu beitragen.

Was ist ein akutes Stressulkus und wie entsteht es?

Was ist ein akutes Stressulkus und wie entsteht es?

Starker täglicher Stress bei der Arbeit und in der Familie kann negative Auswirkungen auf einen Menschen haben, auch wenn er nicht direkt zu einem Magengeschwür führt. Eine viel größere Gefahr für die Schleimhäute von Magen oder Darm stellen Stressfaktoren dar, die plötzlich und massiv auf die körperliche und geistige Gesundheit eines Menschen einwirken. Dazu zählen massive Verletzungen nach Verkehrsunfällen, Verbrennungen, großen Operationen, Gehirnverletzungen und vergleichbaren Gründen für eine längere intensivmedizinische Behandlung.

Im Jahr 1936 prägte der Mediziner Hans Seyle zum ersten Mal den Begriff des Stressulkus, eines Magengeschwürs, das immer wieder bei intensivmedizinisch betreuten Patienten beobachtet wird. Das Stressulkus ist definiert als ein akutes Geschwür der Schleimhaut von Magen und/oder Zwölffingerdarm, das im Zusammenhang mit einer plötzlich einsetzenden, schweren Grunderkrankung einhergeht. Versteckte Blutungen treten bei 15 bis 50 Prozent der Betroffenen auf. Für den Patienten potenziell gefährliche Blutungen, die behandelt werden müssen, machen dahingegen nur 0,17 bis 3,5 Prozent der Fälle aus.

Magengeschwüre als Risikofaktor
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Magengeschwüre als Risikofaktor auf der Intensivstation

Erkrankt ein intensivmedizinisch betreuter Patient an einem Ulkus, steigt sein Risiko zu versterben oder deutlich länger auf der Intensivstation bleiben zu müssen deutlich an. Risikofaktoren für das Magengeschwür sind wiederum eine maschinelle Beatmungsdauer von größer als 48 Stunden, eine Blutgerinnungsstörung (Koagulopathie), Schockzustände, Organversagen, Verbrennungen größer als 35 Prozent der Körperoberfläche und Schädel-Hirn-Verletzungen. Im Gegensatz zur sogenannten parenteralen Ernährung über die Vene wirkt die direkte Ernährung über den Magen schützend auf die Magenschleimhaut.

Wenn die Magenschleimhaut ihren Schutz verliert

Wenn die Magenschleimhaut ihren Schutz verliert

Ein Stressulkus entsteht, wenn sich die Schleimhaut von Magen oder Zwölffingerdarm in einer akuten Stressreaktion durch große körperliche Belastungen nicht mehr gegen schädliche Einflüsse schützen kann. Kommt es zu einem massiven körperlichen Trauma, sorgen der instabile Blutdruck und ein plötzliches hormonelles Ungleichgewicht für eine schlechtere Durchblutung der Schleimhaut. Biochemische Stoffe, die den Magen sonst schützen, werden nicht mehr ausreichend produziert. Die Schleimhaut verliert ihren Schutz und reagiert in vielen Fällen mit einem Magengeschwür auf die Stresssituation.

Quellen:

  • Gerd Herold, Innere Medizin, Selbstverlag, Köln 2012
  • Jürgen Ferdinand Riemann, Gastroenterologie in Klinik und Praxis: Das komplette Referenzwerk für Klinik und Praxis, Georg Thieme Verlag, Stuttgart 2007
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Ihre Jessica Kilonzo, Fachärztin und Autorin