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Darm & Gesundheit

Die Stuhlprobe: Das müssen Sie darüber wissen

Vor allem zur Darmkrebsvorsorge ist ein Stuhltest heute ein wichtiges Instrument.
Mann geht auf Toilette, um Stuhlprobe zu nehmen
Zuletzt aktualisiert am: 12.12.2019
Dieser Text wurde nach wissenschaftlichen Standards verfasst und von Medizinern auf Richtigkeit überprüft.
Inhalt
 

Wozu dient eine Stuhlprobe?

Eine Stuhlprobe wird in verschiedenen medizinischen Fachgebieten zur Diagnostik genutzt. Allen voran interessieren sich Gastroenterologen (Magen-Darm-Spezialist) und Allgemeinärzte für Ihren Stuhlgang. Aber auch der Frauenarzt, der Kinderarzt oder der Heilpraktiker bittet möglicherweise um eine Stuhlprobe. Oftmals geht es um Hinweise auf eine Erkrankung des Magen-Darm-Trakts, zum Beispiel einer Infektion durch Viren, Bakterien, Pilze oder Parasiten. Ebenso spielt die Stuhlprobe im Rahmen der Krebsvorsorge eine Rolle.

Farbe, Geruch, Konsistenz, eventuell sichtbare Blutauflagerungen oder Schleimbeimengungen weisen den Weg zur richtigen Diagnose. Bevor die Probe im Labor untersucht wird, kann der Mediziner somit wichtige Informationen aus einer Stuhlprobe gewinnen. Der bei der genaueren Analyse festgestellte Fettanteil sowie der Gehalt an Verdauungsenzymen im Stuhl gibt beispielsweise Auskunft über die Funktion der Leber, der Gallenwege und der Bauchspeicheldrüse.

Es gibt außerdem eine Reihe typischer Symptome, für deren Ursachenforschung eine Stuhluntersuchung erforderlich sein kann. Zu diesen zählen mitunter:

Darüber hinaus gehört ab einem Alter von 50 Jahren eine jährliche Untersuchung auf verstecktes (okkultes) Blut im Stuhl zur Vorsorgeuntersuchung, um Darmkrebs frühzeitig zu entdecken.2

Wie nimmt man eine Stuhlprobe?

Wie nimmt man eine Stuhlprobe?

Da Stuhlgang in den meisten Fällen nicht auf Abruf zur Verfügung steht, wird Ihr Arzt Ihnen ein Behältnis mit Schraubverschluss mit nach Hause geben. Im Deckel ist ein kleiner Plastikspatel angebracht, der Ihnen dabei hilft, die Stuhlprobe in das Gefäß zu füllen. Warten Sie, bis Sie das nächste Mal Stuhlgang haben und setzen Sie den Stuhl zum Beispiel in ein sauberes Einwegplastikgefäß ab. Alternativ können Sie auch mehrere Lagen Klarsichtfolie über die Toilettenschüssel spannen, mit Klebeband befestigen und den Stuhl so auffangen. In der Apotheke erhalten Sie zudem spezielle Toiletteneinsätze aus Pappe oder Plastik, die für diesen Zweck geeignet sind. Wichtig dabei ist, dass der Kot nicht mit Ihrem Urin oder dem Inneren der Toilette in Berührung kommt. Dies könnte das Testergebnis verfälschen.

Entnehmen Sie mit der kleinen Schaufel an verschiedenen Stellen Proben, um ein möglichst genaues Abbild des Stuhls zu gewährleisten. In der Regel reichen hier geringe Mengen, um das Behältnis bis zur angegebenen Markierung zu füllen. Erkennen Sie auffällige Beimengungen wie Blut, Eiter oder Schleim, fügen Sie bestenfalls eine Probe davon hinzu. Den restlichen Stuhl entsorgen Sie wie gewohnt in der Toilette. Im Anschluss bringen Sie die Stuhlprobe gut verschlossen zu Ihrem Arzt, der diese an ein Labor zur genaueren Auswertung weiterleitet.

Gut zu wissen!

Manche Inhaltsstoffe in Lebensmitteln können das (chemische) Testergebnis der Stuhlprobe auf okkultes Blut verfälschen. Vermeiden Sie daher im Vorfeld der Probenentnahme den Verzehr von rohem Fleisch (fremdes Hämoglobin im Körper), Nahrung mit einem hohen Vitamin-C-Gehalt (etwa Petersilie, Bärlauch oder Hagebutten), Kirschen, Meerrettich oder Radieschen.

Was Sie im Umgang mit der Stuhlprobe beachten sollten
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Was Sie im Umgang mit der Stuhlprobe beachten sollten

Nachdem Sie die Stuhlprobe abgefüllt haben, schließen Sie den Schraubdeckel fest und verpacken den Behälter möglichst luftdicht, um eine Geruchsentwicklung so gut es geht zu minimieren. Geben Sie die Probe zeitnah bei Ihrem behandelnden Arzt ab. Über wenige Stunden kann der Stuhl bei Zimmertemperatur gelagert werden. Sollte es länger dauern, bis Sie Zeit haben die Arztpraxis aufzusuchen, legen Sie das Gefäß in den Kühlschrank. So verhindern Sie, das Untersuchungsergebnis durch künstliches Bakterienwachstum zu verfälschen.

Je nach Art und Weise der Diagnosemethode kann es vorkommen, dass an mehreren aufeinanderfolgenden Tagen Proben abgegeben werden müssen (etwa bei einem Test auf Würmer). Zur Identifikation mancher tropischer Erreger ist es meist zudem notwendig, dass die Probe frisch ist, was das Absetzen des Kots vor Ort in der Praxis unabdingbar macht. Ihr Arzt wird Sie über das individuelle Vorgehen informieren.

Was kann der Arzt in der Stuhlprobe erkennen?

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Was kann der Arzt in der Stuhlprobe erkennen?

Der Gastroenterologe erhält vom Labor einen ausführlichen Untersuchungsbericht. Diesen analysiert er auf Basis Ihrer Angaben aus einem vorangegangenen Anamnesegespräch (Fragen zur Krankengeschichte), den Ergebnissen einer körperlichen Untersuchung sowie gegebenenfalls bildgebenden Verfahren (etwa Röntgen oder Ultraschall).

Mögliche Untersuchungsergebnisse den Stuhl betreffend sind zum Beispiel:

  • Viren (zum Beispiel Rotaviren oder Noroviren)
  • Bakterien (etwa Salmonellen, Shigellen, Campylobacter, Helicobacter pylori
  • Würmer und tropische Parasiten (etwa Fadenwürmer oder Pärchenegel)
  • verstecktes Blut (kann Hinweis auf Polypen (gutartige Wucherungen), Darmkrebs oder entzündliche Prozesse im Darm
  • Histamin als Hinweis auf Entzündungen im Körper
  • Veränderungen des pH-Werts des Stuhls als Hinweis auf Verdauungsprobleme
  • Nahrungsbestandteile, wie Stärke, Kohlenhydrate, Fette oder Eiweiße, die Rückschlüsse auf die Funktion der Verdauung zulassen

Letzten Endes kann der Arzt auf diesem Weg die Zusammensetzung der Darmflora (sämtliche Mikroorganismen im Darm) ermitteln. Er erstellt also das sogenannte Leitkeimprofil, das zeigt, welche nützlichen beziehungsweise schädlichen Bakterien oder Keime mit welcher Konzentration im Darm verteilt sind. Je nach Verteilung leitet er dann gegebenenfalls Behandlungsmaßnahmen ein.

Welche Untersuchungen des Stuhls erstattet die Krankenkasse?
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Welche Untersuchungen des Stuhls erstattet die Krankenkasse?

Vom Arzt im akuten Krankheitsfall angeforderte Untersuchungen werden im Regelfall sowohl von der gesetzlichen als auch von der privaten Krankenkasse übernommen. Anspruch auf jährliche, von den Kassen gedeckte Stuhluntersuchungen (auf okkultes Blut) zur Früherkennung von Darmkrebs haben Patienten ab 50 Jahren. Mit Erreichen des 55 Lebensjahres ist dies alle zwei Jahre möglich. Hierbei ist jedoch abzuwägen und zu entscheiden, ob man entweder den regelmäßigen Stuhltest oder zwei (als zuverlässiger geltende) Darmspiegelungen im Abstand von 10 Jahren durchführen möchte.2 Von diesen Leistungen zur Krebsvorsorge übernehmen die Krankenkassen jeweils nur diejenige, für die Sie sich entscheiden. Möchten Sie beide Tests durchführen lassen, müssen Sie den zweiten aus eigener Tasche bezahlen.

Stuhlanalysen der Darmflora werden zum Teil bei akuten Durchfallerkrankungen beispielsweise nach einem Tropenaufenthalt erstattet. In Zusammenhang mit einer schulmedizinischen Diagnose und einer Überweisung vom Arzt haben Sie ebenfalls Chancen, zumindest einen Kostenzuschuss zu erhalten.

Quellen

  • 1Hein, Bernd: Krankenpflegehilfe, Altenpflegehilfe. Lehrbuch für die Pflegeassistenz. München: Elsevier Verlag 2019. S.86.
  • 2Deutsches Krebsforschungszentrum: Krebsinformationsdienst. Darmkrebs: Früherkennung mit Stuhltest und Darmspiegelung. URL: https://www.krebsinformationsdienst.de/tumorarten/darmkrebs/frueherkennung.php (03.12.2019)
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