Ein Magengeschwür bzw. Zwölffingerdarmgeschwür stellt eine Verletzung an einer wichtigen Stelle des Verdauungssystems dar. Da liegt die Vermutung nahe, dass die Ernährung und ihre Zusammensetzung einen Einfluss auf den Krankheitsverlauf haben könnte. So dachten Ärzte bis in die Mitte der 1960er Jahre, eine spezielle Diät könne den Magen und den Darm bei einem Geschwür ruhigstellen und die Heilung des Schleimhautdefekts unterstützen. Mittlerweile sind Mediziner und Ernährungswissenschaftler überzeugt, dass eine "Ulkusdiät" keine medizinische Bedeutung hat. Sie empfehlen eine gesunde Vollkost, die jeder Patient individuell anpassen kann.

Was Sie am besten essen, wenn Sie an einem Magengeschwür leiden


Ihr Internist oder Gastroenterologe empfiehlt Ihnen im Fall eines Magengeschwürs eine vollwertige Ernährung. Explizite „Verbote“ für bestimmte Lebensmittel werden heute nicht mehr ausgesprochen. Probieren Sie einfach verschiedene Speisen aus, die sie mögen und lassen Sie die Lebensmittel weg, die Beschwerden bei Ihnen verursachen. Der Speiseplan kann bei jedem Ulkus-Patienten ganz unterschiedlich aussehen.

Lassen Sie sich von anderen Patienten, die ebenfalls an einem Geschwür im Magen oder im Zwölffingerdarm leiden, nicht irritieren. Essen und genießen Sie, was Sie wiederholt gut vertragen. Viele Menschen kommen mit pflanzlichen Lebensmitteln, die einen hohen Anteil an Ballaststoffen haben, gut zurecht. Vollkornprodukte, brauner Reis, Gemüse, Kartoffeln und Obst können Ihrem Magen guttun. Auch etwas leichtes Fett kann die Produktion von Magensäure reduzieren und die Bewegung des Magens verlangsamen.

20 bis 30 Prozent der mitteleuropäischen Bevölkerung haben eher Probleme beim Verzehr von:

  • frittierten Speisen,
  • Gurkensalat,
  • Hülsenfrüchten,
  • Weißkohl und
  • kohlensäurehaltigen Getränken.

Auch frisches Brot, zu fettes Fleisch, geräucherte Lebensmittel und Zitrusfrüchte können die Symptome der Magenerkrankung verstärken. Scharfe Gewürze sind besonders bei einem frischen Magengeschwür mit Vorsicht zu genießen. Sie können die empfindliche Oberfläche der verletzen Schleimhaut reizen. Verzichten Sie eher auf Alkohol, Bohnenkaffee und Säure lockende Süßigkeiten wie zum Beispiel Schokolade und Pralinen.

Wie Sie am besten essen, wenn Sie an einem Magengeschwür leiden


Zu welchen Nahrungsmitteln Sie bei einem Geschwür greifen ist der erste wichtige Punkt. Wie Sie die Speisen dann am besten zubereiten, ist die nächste wichtige Frage. Helfen Sie Ihrem Magen-Darm-Trakt mit leicht verdaulichen Mahlzeiten. Kochen, dämpfen oder dünsten Sie lieber als zur Bratpfanne oder zur Fritteuse zu greifen.

Essen Sie in einer angenehmen Atmosphäre, wenn möglich in netter Gesellschaft. Keine gute Gesellschaft sind das Smartphone, der Fernseher oder die Tageszeitung, weil sie vom bewussten Essen ablenken. Lassen Sie sich Zeit, kauen Sie jeden Bissen ausführlich und genießen Sie das Aroma der Speisen. Der Konsum von Nikotin kann Geschwüre im Magen oder im Zwölffingerdarm ungünstig beeinflussen.

Wann Sie am besten essen, wenn Sie an einem Magengeschwür leiden


Probieren Sie es zunächst mit regelmäßigen kleinen Gerichten, um Ihr Verdauungssystem zu schonen. Stellen Sie sich am besten auf vier bis sechs Mahlzeiten am Tag um. Vermeiden Sie es, am späten Abend, den Kühlschrank aufzusuchen: Ein später Imbiss vor dem Schlafengehen kann die Produktion der Magensäure noch mal ankurbeln und die verwundete Schleimhaut des Magengeschwürs reizen. Diese ungünstige Situation entsteht besonders in der Zusammenwirkung von säureblockenden Medikamenten wie H2-Rezeptor-Blockern und einer späten Mahlzeit.

Pflanzliche Hilfe beim Magengeschwür

Wenn Sie an einem Magengeschwür leiden, können ausgewählte Lebensmittel Ihre Symptome lindern. Mit Heilpflanzen aus der Natur haben Sie zusätzlich die Möglichkeit, gezielt gegen eine Überproduktion von Magensäure vorzugehen. Einigen der natürlichen Arzneistoffe wird sogar eine antibakterielle Wirkung nachgesagt. Nutzen Sie diese Kraft zum Beispiel gegen Helicobacter Pylori. Fragen Sie Ihren behandelnden Arzt, ob eine natürliche Ergänzung der schulmedizinischen antibiotischen Therapie in Ihrem Fall sinnvoll ist.

Weitere Heilpflanzen zur Linderung der Symptome eines Magengeschwürs

Leiden Sie an einem unkomplizierten Magengeschwür, können weitere Heilpflanzen zur Nahrungsergänzung verwendet werden und Sie von unangenehmen Magenkrämpfen befreien. Probieren Sie den Kümmel, die Pfefferminze, die Schafgarbe oder die bittere Schleifenblume am besten in der Form von Tee.

Quellen anzeigen
  • Olaf Adam, Ernährungsmedizin: nach dem Curriculum Ernährungsmedizin der Bundesärztekammer, Georg Thieme Verlag, Stuttgart 2004
  • Gerd Herold, Innere Medizin, Selbstverlag, Köln 2012