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Darmgeräusche: Aus diesen Gründen knurrt's im Bauch

Darmgeräusche zeugen von einer gesunden Verdauung. Unangenehm kann es aber werden, wenn sich Magen und Darm so lautstark bemerkbar machen, dass es im ganzen Großraumbüro zu hören ist. Was steckt dahinter?
Symbolbild Darmgeräusche
Zuletzt aktualisiert am: 20.02.2018
Inhalt

Vermehrte Darmgeräusche treten zum Beispiel bei einer akuten Magen-Darm-Infektion auf, aber auch beim chronischen Reizdarmsyndrom. Mit diesem Artikel finden Sie heraus, was in Ihrem Verdauungssystem los ist.

Warum macht der Darm Geräusche?

Warum macht der Darm Geräusche?

Durch die ganz normale Bewegung von Magen und Darm, die sogenannte Peristaltik, entstehen Geräusche, wenn der Inhalt von Magen und Darm dabei weitertransportiert wird. Ein gesundes Verdauungssystem gibt circa alle 10 Sekunden ein Gluckern oder ein dumpfes Knurren von sich, denn Magen und Darm sind immer in Bewegung.

Ein weiterer Faktor, der zur Geräuschentwicklung beiträgt, ist die Luft in Magen und Darm. Menschen schlucken Luft beim Essen und Sprechen und sie produzieren die Gase Wasserstoff und Kohlendioxid im Rahmen der Verdauung von Kohlenhydraten. Je mehr Gas sich im Darm befindet, desto lauter sind die Darmgeräusche.

Magenknurren tritt bei leerem Magen auf, Darmgeräusche sind nach dem Essen zu hören.

Ursachen für ständige Darmgeräusche

Wann macht der Darm zu viele Geräusche?

Hört der Darm überhaupt nicht mehr damit auf, auffallend laute Geräusche von sich zu geben, sprechen Ärzte von Borborygmi. Ständige Darmgeräusche entstehen durch verstärkte Darmbewegungen, eine sogenannte Hyperperistaltik.

Typische krankhafte Ursachen sind hier zum Beispiel:

  • Magen-Darm-Grippe (Gastroenteritis) verursacht durch Viren oder Bakterien, mit beschleunigter Peristaltik und Durchfall sowie eventuell Erbrechen.
  • Unverträglichkeit von Nahrungsmitteln wie Lactose oder Fructose kann unbehandelt den Gasgehalt im Darm drastisch erhöhen. Hier fehlen wichtige Enzyme im Stoffwechsel, sodass Darmbakterien die Zucker aufspalten müssen.
  • Im Rahmen des Reizdarmsyndroms ist die Funktion des Darms gestört. Die Peristaltik gerät aus dem Rhythmus und kann hier ebenfalls für laute und ständige Darmgeräusche verantwortlich sein.
Zu wenig Darmgeräusche
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Wann macht der Darm zu wenig Geräusche?

Zu viele Darmgeräusche sind vielleicht manchmal peinlich, aber ein fehlendes Glucksen im Bauch kann lebensgefährlich werden. Hört der untersuchende Arzt trotz Provokation durch Eindrücken des Bauches keine oder nur sehr wenige klingende Darmgeräusche, hat er den Verdacht auf einen Darmverschluss.

Der Darmabschnitt vor dem Engpass bläht sich auf und der Darm arbeitet gegen den Widerstand. Das kann eine ausgeprägte Verstopfung oder ein Tumor sein. Handelt es sich um eine Darmlähmung, kann der Arzt keinerlei Darmgeräusche mehr wahrnehmen. Es tritt keine Peristaltik auf und es herrscht die sogenannte "Grabesstille" im Bauch des Patienten.

Hinzu kommen häufig ausgeprägte Bauchschmerzen und Erbrechen. Um dramatische Komplikationen wie einen Darmwanddurchbruch zu vermeiden, muss der behandelnde Arzt rasch reagieren und die fehlenden Darmgeräusche per Ultraschall oder Röntgen weiter abklären um den eventuell vorhandenen Darmverschluss zu behandeln.

Diagnose

Diagnose: Wie der Arzt ständige Darmgeräusche abklärt

Wenn Sie Ihren Hausarzt aufgrund von unangenehm lauten Darmgeräuschen aufsuchen, wird er Sie zunächst ganz genau zu Ihrer Verdauung befragen. Wann und wie oft Sie Stuhlgang absetzen ist ebenso wichtig wie ein Überblick über Ihre Ernährungsgewohnheiten und bestehende Grunderkrankungen. Auch ob und welche Medikamente Sie einnehmen, ist interessant für ihn.

Es folgt die körperliche Untersuchung. Der Mediziner tastet den Bauch ab und nutzt dann das Stethoskop, um sich die Darmgeräusche genau anzuhören. Dazu teilt er den Bauch in vier Quadranten ein und beurteilt jeweils die Quantität und die Qualität der Geräusche. Der nächste Schritt zur Diagnosefindung kann zum Beispiel eine Ultraschalluntersuchung des Bauches sein oder eine Röntgenaufnahme von Magen und Darm.

Behandlung
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Behandlung: Wie Sie übermäßige Darmgeräusche wieder loswerden

Liegt den lästigen Darmgeräuschen keine therapierbare Erkrankung zugrunde, kann Ihnen Ihr Arzt wahrscheinlich nicht mit Medikamenten weiterhelfen. Er wird Sie zu Ihrer Ernährung beraten. Überschießende Darmgeräusche lassen sich oft vermeiden, wenn Sie auf folgende Nahrungsmittel verzichten:

  • rohes Obst
  • rohes Gemüse
  • kohlensäurehaltige Getränke
  • Hülsenfrüchte

Trinken Sie warmen Tee oder stilles Wasser zu den Mahlzeiten. Die Getränke können den Darm angenehm entspannen. Vermeiden Sie hektisches Hinunterschlingen von Essen. Nehmen Sie sich Zeit und kauen Sie jeden Bissen ausführlich. Genießen Sie Ihre Mahlzeit und vermeiden Sie möglichst Ablenkung durch Lesen, Fernsehen oder ähnliche Beschäftigungen.

Wann Sie Ihre Darmgeräusche von einem Arzt beurteilen lassen sollten

Ärgern Sie sich seit Tagen mit auffällig lauten Darmgeräuschen herum? Vielleicht sprechen Sie sogar die Kollegen schon darauf an. Wenn Sie zudem keinen Grund in Ihrer Ernährung finden können, ist es Zeit zum Arzt zu gehen.

Auch zusätzliche Symptome wie

sollten Sie dazu veranlassen, rasch einen Arzt zu konsultieren. In den meisten Fällen sind laute Darmgeräusche aber kein Grund zur Beunruhigung. Sie haben sich vielleicht nur einen etwas zu hektischen Lebensstil angewöhnt.

Quellen

  • Gerd Herold, Innere Medizin, Selbstverlag, Köln 2012
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