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Krankheiten & Symptome

Blähbauch: Was tun? Ursachen, Tipps, Hausmittel

Ein Blähbauch wird von Symptomen wie Aufstoßen, Blähungen und Völlegefühl begleitet. Wirklich unangenehm wird es aber, wenn das aufgeblähte Abdomen sich unter der Kleidung hervorwölbt wie der Bauch einer Schwangeren.
Zuletzt aktualisiert am: 06.11.2017
Inhalt

Wer am Blähbauch leidet, hat aber nicht unbedingt zu viele Kilos auf den Rippen, sondern einfach zu viel Gas im Darm. Dies entsteht meist im Zusammenhang mit der Nahrungsaufnahme. Neben Flatulenzen entstehen eine erhöhte Druckempfindlichkeit und ein Blubbern und Gluckern im Magen. Wer vom Schreibtisch aus arbeitet, hat meist besonders stark mit den Schmerzen, die der Blähbauch verursacht, zu kämpfen. Auch beengende Kleidungsstücke können die Symptome deutlich verstärken. Wir erklären Ihnen, welche Ursachen ein Blähbauch hat und zeigen Ihnen hilfreiche Ernährungstricks und alte Hausmittelchen, mit denen man ihn schnell wieder los wird.

Was passiert im Blähbauch?

Die Verdauung von Nahrung beginnt bereits in der Mundhöhle, wo die aufgenommenen Bissen zerkleinert und von bestimmten Enzymen angedaut werden. Während der Speisebrei noch den Darm passiert, bearbeiten Bakterien die noch nicht ganz verdauten Bestandteile der Nahrung und es entstehen Gase. Ein Teil dieser Darmgase wird in den Blutkreislauf aufgenommen und über die Lunge abgeatmet. Ein anderer Teil wandert weiter durch den Darm und entlädt sich als Darmwind, Flatus oder einfach "Pups". Dieser den meisten Menschen peinliche aber ganz natürliche Vorgang besteht aus Stickstoff, Wasserstoff, Kohlendioxid, Methan, Sauerstoff und den Geruchsstoffen Schwefelwasserstoff, Ammoniak, Indol und Mercaptan.

Schlucken Sie viel Luft, etwa wenn Sie zu hastig essen, bewirkt die Zusammensetzung Ihrer Nahrung eine erhöhte Gasproduktion. Dadurch kann ein unangenehmer Blähbauch entstehen. Ein gesunder Mensch produziert bis zu zwei Liter Darmwinde am Tag und sein Darm verfügt über einen Gasgehalt von circa 150 Millilitern.

Ursachen

Welche Ursachen kann ein Blähbauch haben?

Die Hintergründe für den aufgeblähten Bauch können vielfältig sein. Zumeist steckt eine falsche Ernährung in Kombination mit einem ungesunden Essverhalten hinter den Beschwerden. Mitunter kann aber auch eine Erkrankung die Ursache für den Blähbauch sein.

Auslösende Faktoren können sein:

  • Nahrung mit einem hohen Kohlenhydratanteil
  • Nahrung mit einem hohen Anteil an Ballaststoffen
  • kohlensäurehaltige Getränke
  • Unverträglichkeit von Zuckeraustauschstoffen (Fructose, Xylit, Sorbit)
  • übermäßiges Schlucken von Luft (Aerophagie)
  • Bewegungsmangel
  • hastiges Essen

Tritt ein Blähbauch über einen längeren Zeitraum auf, kommen folgende Ursachen infrage:

  • akute oder chronische Verstopfung (Obstipation)
  • Allergien gegen Nahrungsmittel
  • eine Schwangerschaft
  • ein Reizdarm oder das
  • Kurzdarmsyndrom
  • eine chronisch entzündliche Darmerkrankung
  • eine Infektion des Darms
  • eine Störung der Darmflora
  • Laktoseintoleranz
  • Fruktoseintoleranz
  • Glutenunverträglichkeit (Zöliakie)
  • Herzschwäche
  • Pfortaderhochdruck
  • Verdauungsstörungen (Mangel an Verdauungsenzymen, Galle oder Magensäure)

Wann kann ein Blähbauch ein Notfall sein?

Stellen Sie sich sofort bei Ihrem Arzt oder in der Notaufnahme eines Krankenhauses vor, wenn ein stark ausgeprägter, sehr schmerzhafter Blähbauch auftritt und Sie keinen Stuhlgang mehr absetzen können. In diesem Fall besteht der dringende Verdacht auf einen akuten Darmverschluss oder eine Darmlähmung, was dringend behandlungsbedürftig ist. Ein Blähbauch in Kombination mit Blut im Stuhl, heftigen Schmerzen im Brustkorb, Fieber oder Erbrechen ist ebenfalls ein Alarmzeichen für verschiedene ernsthafte Erkrankungen. Fragen Sie Ihren Arzt frühzeitig um Rat.

Ärztliche Untersuchung
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Wie verläuft das Krankheitsbild Blähbauch und wie wird es erkannt?

Bei Blähbauch tritt meist ein Symptomkomplex aus Blähungen, einem gespannten Bauch, Völlegefühl, Bauchschmerzen und vermehrten Darmgeräuschen auf. Viele Patienten sind besonders am Abend betroffen, da Magen und Darm tagsüber wenig Ruhepausen erhalten. Bestehen die Beschwerden über mehrere Tage ohne sich zwischenzeitlich zu bessern, kann ein Arztbesuch Gewissheit verschaffen und abklären, ob es sich tatsächlich nur um harmlose Verdauungsbeschwerden handelt. Ihre Angaben im Patientengespräch und der körperliche Untersuchungsbefund weisen dem Mediziner den Weg zur richtigen Diagnose. Ist eine weitere Abklärung nötig, stehen Laboruntersuchungen von Blut und Stuhl, der Ultraschall und verschiedene Röntgenverfahren zur Verfügung.

Behandlung

Wie behandelt man einen Blähbauch?

Liegt den Beschwerden eine behandelbare Erkrankung zugrunde, behandelt der Arzt diese Grunderkrankung und damit auch die unangenehmen Symptome des Blähbauchs. Handelt es sich um den weitaus häufigeren unkomplizierten Blähbauch, ist eine Ernährungsumstellung und die Vermeidung von Stress bei den Mahlzeiten der erste Schritt in die richtige Richtung. Auch Hausmittel und Medikamente aus Naturheilkunde und Schulmedizin werden eingesetzt.

Hören Sie auf Ihren Körper: Mit der richtigen Ernährung hat der Blähbauch keine Chance

Die Zusammensetzung Ihres Essens hat einen großen Einfluss auf den Verdauungsprozess. Nahrungsmittel, die große Mengen an Ballaststoffen, Eiweißen und Kohlehydraten enthalten, produzieren vermehrt Darmgase. Ein Teil dieser Gase verbleibt länger im Darm und erzeugt den Blähbauch mit seinen typischen Symptomen. Wie gut unterschiedliche Lebensmittel vertragen werden, kann individuell ganz unterschiedlich sein. Zur allgemeinen Kostempfehlung, um einen Blähbauch gar nicht erst entstehen zu lassen gehört eine ausgewogene Vollkost, milde Gewürze wie Kamille, Kümmel, Fenchel und Anis, gedämpftes Gemüse und generell gekochte Speisen.

Viele Betroffene vertragen entweder nur Backwaren aus Vollkornmehl oder nur Weißmehlprodukte. Probieren Sie es aus und führen Sie am besten ein detailliertes Ernährungstagebuch, um später Ihre Reaktion besser einordnen zu können. Auch Ihrem Arzt hilft ein solches Protokoll.

Auf welche Lebensmittel sollte man besser verzichten? Die Erfahrung hat gezeigt, dass viele Menschen, die an einem Blähbauch leiden, folgende Nahrungsmittel eher schlecht vertragen:

  • Rohkost
  • Kohlgemüse
  • Hülsenfrüchte
  • Spargel
  • Zwiebel
  • Lauch
  • Feigen
  • Bananen
  • getrocknetes Obst
  • Süßigkeiten
  • Industriezucker
  • Eier
  • kohlensäurehaltige Getränke
  • Alkohol

Führen Sie neue Lebensmittel stets langsam in Ihren Ernährungsplan ein hören Sie auf Ihren Körper: Achten Sie darauf, wie Ihr Darm reagiert. Besonders für Ballaststoffe sollten Sie sich Zeit lassen.

Hausmittel
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Hausmittel gegen Blähbauch

Bei einem unkomplizierten Blähbauch können Hausmittel weiterhelfen. Probieren Sie die alten Rezepturen aus, bevor Sie zu Medikamenten aus der Schulmedizin greifen. Beliebt ist zum Beispiel eine Teemischung aus Anis, Fenchel und Kümmel. Feuchtwarme Bauchwickel oder eine Bauchmassage mit warmem Kümmelöl können ebenfalls gegen einen Blähbauch helfen. Nach einer Mahlzeit können Sie Petersilienstängel kauen oder vor einer Mahlzeit ein Glas warmes Wasser mit zwei Teelöffeln Fenchelhonig und zwei Esslöffeln Apfelessig trinken.

Mittel aus der Naturheilkunde

Viele naturheilkundliche Medikamente haben die ätherischen Öle als Wirkstoffe gemein. Sie entspannen die verkrampfte Darmmuskulatur, beruhigen den Magen und fördern die Durchblutung. Zusätzlich unterstützen die natürlichen Heilpflanzen den Darm beim Absetzen von Winden.

Häufig gegen einen Blähbauch eingesetzte Medikamente sind:

  • Tee aus gequetschten Kümmelfrüchte
  • Fertigpräparate und Tee der Angelikawurzel (Engelwurz)
  • Pfefferminze in der Form von Tee oder Ölkapseln
  • Kamille in der Form von Tee oder Konzentrat
Medikamente

Medikamente aus der Schulmedizin

Haben eine Ernährungsumstellung, alte Hausmittel und verschiedene Medikamente aus der Naturheilkunde nicht die erwartete Besserung des Blähbauchs erbracht, wird Ihr behandelnder Arzt Ihnen schulmedizinische Medikamente empfehlen. Die Wirkstoffe setzen direkt im Darm an und wirken am besten im Akutfall.

Simeticon und Dimeticon sind verwandte Wirkstoffe und werden schon bei Säuglingen eingesetzt. Sie erwirken eine Entspannung des überdehnten Darms durch Entschäumung. Sind die Verdauungsgase erst freigesetzt, kann der Körper sie über die Lunge abatmen. Simeticon und Dimeticon werden nicht in den Blutkreislauf aufgenommen und sind daher gut verträglich. Nehmen Sie die Wirkstoffe als Weichkapseln, Kautabletten, Flüssigkapseln, Granulat oder Suspension mit oder nach dem Essen ein. Folgen Sie der Dosierungsempfehlung des jeweiligen Beipackzettels.

Vorbeugen

Wie kann ich einem Blähbauch vorbeugen?

  • Kauen Sie Ihr Essen gründlich und nehmen Sie Ihre Mahlzeiten in entspannter Atmosphäre ein. Arbeiten Sie nicht beim Essen und lassen Sie sich auch nicht durch Lesen oder Fernsehen ablenken.
  • Achten Sie im Alltag auf regelmäßige Bewegung.
  • Trinken Sie ausreichend. Stilles Wasser und Kräutertees sind besonders gut geeignet.
  • Verzichten Sie auf Kaugummis. Das permanente Kauen kann zu vermehrtem Schlucken von Luft und damit zu einem Blähbauch führen. Einige Menschen leiden an einer Unverträglichkeit der Zuckeraustauschstoffe, die in Kaugummis verwendet werden. Ein unangenehmer Blähbauch kann auch hier die Folge sein.

Quellen

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