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Krankheiten & Symptome

Sodbrennen: Was tun, wenn's brennt?

Rund jeder Fünfte leidet gelegentlich an brennenden Schmerzen hinter dem Brustbein und saurem Aufstoßen nach Mahlzeiten. Die Ursache ist saures Magensekret, das in die Speiseröhre gelangt.
Zuletzt aktualisiert am: 28.11.2018
Inhalt

Sodbrennen ist ein Symptom, das viele Menschen in Deutschland kennen. Mindestens 20 Prozent der erwachsenen Bevölkerung berichten gelegentlich oder regelmäßig von einem Druckgefühl in der Umgebung des Magens, einem brennenden Schmerz hinter dem Brustbein und von saurem Aufstoßen nach den Mahlzeiten. Mediziner definieren das Symptom Sodbrennen als unangenehmes Brennen auf Höhe der Speiseröhre (Ösophagus) und des Magens, das bis in den Rachenraum ausstrahlen kann. Die direkte Ursache für das Sodbrennen ist Magensäure, die aus dem Magen aufsteigt und auf die ungeschützte Schleimhaut der Speiseröhre trifft. Ärzte sprechen hier von einem Reflux, der auf unterschiedliche Art und Weise entstehen kann.

Nahrung wird im Mund zerkleinert und über die Speiseröhre in den Magen transportiert. Das saure Magensekret hat nun die Aufgabe, die Nahrung in einen Speisebrei zu verwandeln, der im Darm weiter verdaut werden kann. Zu diesem Zweck ist ein saures Milieu im Magen notwendig. Der Magen schützt seine eigene Schleimhaut mit einer speziellen Schleimschicht vor der aggressiven Magensäure. Die Speiseröhre ist nicht mit diesem Schutz ausgestattet – wiederholter Kontakt mit Magensekret führt daher zu Sodbrennen. Tritt das Symptom gelegentlich nach den Mahlzeiten auf, ist das noch kein Grund zur Beunruhigung. Kehrt es aber über Monate regelmäßig wieder, ist es Zeit zum Arzt zu gehen.

Allgemeine Tipps bei Sodbrennen

  • Essen Sie nicht kurz vor dem Schlafengehen und lagern Sie Ihren Oberkörper zu Beginn der Nacht hoch.
  • Verzichten Sie weitgehend auf Nikotin, Alkohol und Koffein.
  • Hausmittel können akutes Sodbrennen erfolgreich lindern. Trinken Sie ein Glas warme Milch in kleinen Schlucken und essen Sie dazu eine Scheibe Weißbrot, die Sie sorgfältig kauen. Auch eine Handvoll Mandeln, die Sie im Mund klein zerkauen bevor Sie sie schlucken kann zu einer Besserung der Symptome führen.
  • Lebensmittel, die bei Sodbrennen besonders gut verträglich sind und Sodbrennen eventuell lindern, sind Magerquark, Bananen, Avocados, trockene Haferflocken und Haferschleim.
Ursachen

Ursachen für Sodbrennen

Warum steigt das saure Magensekret in die Speiseröhre auf? Ein Grund ist eine gestörte Funktion des Schließmuskels, der den Magen und die Speiseröhre trennt. Der Muskel erschlafft zum Beispiel während einer Schwangerschaft, aufgrund des erhöhten Drucks im Bauchraum und durch Hormone, die die Muskulatur entspannen. Auch bei einer ausgeprägten Adipositas (Fettleibigkeit) ändern sich die Druckverhältnisse und der Schließmuskel kann diesen nicht standhalten.

Eine weitere Ursache für Reflux ist eine erhöhte Produktion von Magensäure. Diese entsteht aufgrund von:

  • Medikamenten
  • Krankheiten
  • falscher Ernährung
  • Stress

Verschiedene Erkrankungen aus dem Magen-Darm-Bereich und darüber hinaus äußern sich durch Sodbrennen. Dazu zählen:

  • die Refluxösophagitis, auch Gastroösophageale Refluxkrankheit (GERD) genannt,
  • die Gastritis,
  • die Alkoholabhängigkeit,
  • eine Lebensmittelvergiftung,
  • eine Infektion mit dem Bakterium Helicobacter pylori,
  • negativer Stress,
  • ein Magengeschwür,
  • funktioneller Reizmagen oder
  • ein Magenkarzinom.
Symptome

Der Symptomkomplex hinter Sodbrennen

Fließt Magensekret zurück in die Speiseröhre, machen sich oft als Hauptsymptome saures Aufstoßen und Sodbrennen bemerkbar. Entlüftet sich der Magen über den Ösophagus (Speiseröhre) und nimmt dabei saures Magensekret mit, kann dieses bis auf Höhe des Kehlkopfes gelangen. Sodbrennen ist definiert als brennender Schmerz hinter dem Brustbein, der den Halsbereich und den kompletten Bauchraum einbeziehen kann. Die beiden Leitsymptome können von saurem Geschmack im Mund und Magendruck begleitet werden. Lokal kann es zu Schleimhautschäden kommen, verursacht durch die aufsteigende Magensäure. Hierbei handelt es sich um Husten und Heiserkeit aufgrund einer Kehlkopfreizung, Asthma aufgrund von Mikroaspirationen mit Reizung der Bronchialschleimhaut und Zahnschmelzschäden.

Gelegentliches Sodbrennen kennt fast jeder. Wer sich bei deftigen, fetthaltigen Speisen nicht beherrschen kann, leidet gelegentlich an Völlegefühl, saurem Aufstoßen und leichtem Sodbrennen. Sobald sich der Magen entleert hat, geben sich die Beschwerden wieder. Der Konsum alkoholischer Getränke oder eine akute psychische Stresssituation kann den gleichen Effekt haben. Eine ärztliche Beratung ist deshalb nicht notwendig.

Diagnose
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Wie die Diagnose Sodbrennen gefunden wird

Ihr Arzt wird Sie zunächst ausführlich zu Ihren Symptomen und Lebensgewohnheiten befragen. Auch Ihre Ernährung spielt eine wichtige Rolle für die Diagnose. Wie lange haben Sie das Sodbrennen schon? Haben Sie weitere Beschwerden wie Bauchschmerzen, Husten oder Heiserkeit? Halten Sie im Patientengespräch (Anamnese) die Namen aller Medikamente bereit, die Sie aktuell einnehmen.

Die körperliche Untersuchung: Nach dem Erstgespräch mit Ihnen hat Ihr Arzt bereits einen Überblick über Ihre Situation bekommen und bereits ein paar Verdachtsdiagnosen im Kopf. Jetzt wird er Sie körperlich untersuchen und sich dabei besonders auf Ihren Bauch konzentrieren. Der Mediziner spürt Auffälligkeiten an Leber und Milz durch Abtasten auf und prüft, ob Sie in der Magengegend einen Druckschmerz spüren. Ihr Herz wird ebenfalls genau untersucht, eventuell auch mit einem EKG (Elektrokardiogramm), da sich hinter plötzlich auftretendem starkem Sodbrennen auch ein Herzinfarkt verbergen kann.

Bildgebende Verfahren

Der Ultraschall

Eine sonographische Untersuchung gibt dem Arzt einen weiteren Eindruck von der Situation in Ihrem Bauchraum. Der Mediziner kann mit dieser Untersuchung eine Reihe an Erkrankungen ausschließen und eventuell einen Rückfluss von Mageninhalt in die Speiseröhre provozieren und beobachten. Liegt aufgrund eines chronischen Reflux bereits eine Entzündung der Speiseröhrenschleimhaut vor, wird dies im Ultraschall durch eine Schleimhautverdickung sichtbar.

Die Magenspiegelung

Die aussagekräftigste Untersuchung des Symptoms Sodbrennen ist die Magenspiegelung. Der Arzt führt ein sogenanntes Gastroskop durch den Mund über die Speiseröhre bis in den Magen. Das Gerät besteht aus einem langen Schlauch an dessen Ende sich eine Optik befindet, die auch mit einer Kamera kombiniert werden kann. Der Arzt kann auf diesem Weg die Schleimhaut von Speiseröhre und Magen genau beurteilen und säurebedingte Veränderungen erkennen. Während der Untersuchung, für die der Patient wach sein kann oder ein leichtes Schlafmittel erhält, entnimmt der Untersucher mit einer kleinen Zange Schleimhautproben, die später unter dem Mikroskop untersucht werden können. So lassen sich Veränderungen in der Zellstruktur erkennen, die für eine langandauernde Refluxproblematik sprechen.

Die Langzeit-pH-Metrie 

Eine weitere Untersuchung des Reflux, die besonders bei Kleinkindern gerne angewendet wird, ist die sogenannte pH-Metrie. An einer Magensonde sind Messpunkte auf verschiedener Höhe angebracht. Die Sonde wird über die Nase in die Speiseröhre eingelegt und mit einem Messgerät verbunden, das die pH-Werte in der Speiseröhre über circa 24 Stunden hinweg aufzeichnet. Der behandelnde Arzt erkennt an der Kurve der gemessenen Werte wie oft und wie lange saurer Mageninhalt zurück in die Speiseröhre geflossen ist.

Behandlung - Schulmedizin

Therapie bei Sodbrennen

Gegen Sodbrennen, das symptomatisch behandelt werden kann, sind verschiedene Medikamentengruppen auf dem Markt erhältlich. Haben Sie eine Selbstbehandlung begonnen, sprechen Sie bitte nach spätestens zwei Wochen mit Ihrem Arzt, wenn sich die Beschwerden nicht bessern.

Protonenpumpenhemmer

Der Wirkstoff Omeprazol und seine Abkömmlinge (Esomeprazol, Lansoprazol, Pantoprazol und Rabeprazol) stoppen die Sekretion von Magensäure in den Zellen. Die Wirksamkeit dieser Protonenpumpenhemmer ist sehr ausgeprägt und hält bis zu vier Tagen nach Einnahme an. Bekannte Nebenwirkungen sind Kopfschmerzen, Schwindelgefühl und Magen-Darm-Beschwerden.

H2-Antihistaminika

Histamin ist ein Botenstoff des menschlichen Körpers, der die Ausschüttung von Magensäure provoziert. Die Wirkstoffgruppe H2-Antihistaminika oder H2-Blocker unterbindet die Wirkung von Histamin und hemmt dadurch die Säuresekretion. Die Wirkung erreicht ihren Höhepunkt in der Nacht, da zu dieser Zeit besonders viel Magensäure ausgeschüttet wird. Sie finden die Präparate Ranitidin, Famotidin, Nizatidin und Roxatidin in Ihrer Apotheke. Bekannte Nebenwirkungen sind Kopfschmerzen, Schwindel, Abgeschlagenheit und Störungen des Magen-Darm-Trakts.

Antazida (säurebindende Mittel)

Antazida binden Magensäure in einem chemischen Prozess und neutralisieren sie. Das Sodbrennen wird akut gelindert, allerdings ohne die Ursache zu beseitigen. Leiden Sie nur gelegentlich an Sodbrennen, ist eine Selbstmedikation mit einem Antazidum einen Versuch wert. Antazida setzen die basischen Salze von Magnesium, Aluminium und Kalzium als Wirkstoffe ein. Eine weitere Wirkstoffgruppe sind die Alginate. Beachten Sie, dass Antazida nicht nur Magensäure sondern auch Medikamente binden und ausscheiden. Ein Abstand von circa drei Stunden zwischen der Einnahme der verschiedenen Wirkstoffe löst dieses Problem.

Behandlung - Naturheilkunde
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Sanfte Alternativen: Sodbrennen mit natürlichen Mitteln behandeln

Die Natur bietet eine ganze Reihe an Heilpflanzen, die den Magen beruhigen und die Produktion von Magensäure herabsetzen. Sehen Sie sich unter diesen natürlichen Wirkstoffen um, die sich auch mit schulmedizinischen Medikamenten kombinieren lassen.

[Außerdem bei DoktorDarm: Die besten Hausmittel bei Sodbrennen]

Quellen:

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