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Krankheiten & Symptome

Ruhe im Darm! ­Die besten Hausmittel bei Durchfall

Die richtigen Kräutertees und Schonkost bringen Sie schnell wieder auf die Beine.
Inhalt

Durchfall ist ein häufiges Symptom, das sowohl in einem akuten als auch in einem chronischen Zusammenhang auftreten kann. Mediziner sprechen von Durchfall, wenn ein Patient von mehr als drei Stuhlgängen pro Tag berichtet, die flüssig oder breiförmig sind (Wassergehalt mehr als 75 Prozent) oder von einer Stuhlmenge größer als 250 Gramm. Sobald der Durchfall länger als zwei Wochen auftritt, handelt es sich um eine chronische Diarrhö. Haben Sie ärztlich abklären lassen, dass die Ursache für Ihren Durchfall nicht behandlungsbedürftig ist, stehen Ihnen verschiedene Heilmittel aus der Natur zur Verfügung. Einige Wirkstoffe werden als Tabletten oder Pulver eingenommen, andere als Tee oder in Form von Wickeln. Traditionelle Hausmittel bringen Sie in Kombination mit Schonkost und ein paar Tagen Ruhe wieder auf die Beine.

Traditionelle Mittel bei Durchfall

Traditionelle Mittel unterstützen die Selbstheilung

Traditionelle Hausmittel unterstützen Ihren Körper bei der Selbstheilung. Sie haben einen positiven Effekt auf den Darm und verkürzen so die Dauer des Durchfalls leicht. Eine rasante Genesung ist aber von Hausmitteln alleine nicht zu erwarten.

Die besten Hausmittel bei Durchfall

  • Geriebener Apfel enthält Pektin, das den Stuhl eindickt und wie ein dünner Film die Darmwand auskleidet. Toxine und Krankheitserreger können so schlechter in den Körper eindringen. Nehmen Sie einen geriebenen Apfel über den Tag verteilt zu sich. Das meiste Pektin steckt übrigens in der Schale.
  • Heilerde ist vielen Menschen von der äußerlichen Anwendung her bekannt, zum Beispiel als Kosmetikum oder als Heilmittel bei Hauterkrankungen und Gelenkbeschwerden. Heilerde hilft aber auch gegen Durchfall, wenn Sie zwei Teelöffel davon in einem Glas Wasser auflösen und die Lösung langsam trinken. Nehmen Sie Heilerde regelmäßig nach jedem Durchfall ein, bis Sie eine Besserung der Situation beobachten können. Der Wirkmechanismus der Heilerde beruht auf der Bindung und Ausscheidung von Giftstoffen, Krankheitserregern und einem Überschuss von Gallensäuren. Nebenbei führt der Naturstoff dem Körper Spurenelemente und Mineralstoffe zu.
  • Heilmittel und Schonkost zugleich ist der Reisschleim. Sie erhalten im Handel fertig mit Elektrolyten versetzte Produkte, die Sie am besten nach der Anweisung in der Packungsbeilage dosieren. Der Reisschleim unterstützt den Darm bei der Regeneration, belastet nicht und ersetzt ausgeschiedene Salze.

Cola und Salzgebäck bei Durchfall? Eine Richtigstellung

Cola und Salzstangen sind zwar lange Zeit als Hausmittel gegen Durchfall propagiert worden, werden mittlerweile aber nicht mehr empfohlen. Cola enthält zu viel Zucker, der durch seine osmotische Wirkung im Darm dem Körper zusätzlich Flüssigkeit entzieht und Salzstangen enthalten deutlich zu viel Natrium und zu wenig Kalium.

Kräutertees: Zubereitung

Tee bei Durchfall: Heilkräuter und wie man sie zubereitet

Tee mit natürlichen Wirkstoffen ist ein uraltes Hausmittel. Verschiedenste Heilpflanzen lassen sich so in eine einfach einzunehmende Form verwandeln. Tee kann aus einzelnen Pflanzenteilen oder als Mischung hergestellt werden. Blüten, Blätter, Stängel, Samen, Früchte, Rinden und Hölzer werden verwendet. Wie der Tee zubereitet wird, hängt immer von den verwendeten Pflanzenteilen ab. In der Apotheke erhalten sie standardisierte Präparate, die auf jeden Fall einen hohen Gehalt an wirksamen Inhaltsstoffen aufweisen. Informieren Sie sich in der Packungsbeilage oder bei Ihrem Apotheker, ob Sie die Teemischung am besten überbrühen, aufkochen oder kalt ansetzen.

Tipps zur Verwendung von Heilkräutertees

  • Bewahren Sie den Tee lichtgeschützt in einem Gefäß aus Weißblech oder Glas auf.
  • Lagern Sie Tee trocken, dunkel und kühl.
  • Wenden Sie Arzneitee ohne Beigabe von Zucker an.
  • Falls Sie den Tee mit Honig süßen möchten, geben Sie den Honig erst in den abgekühlten Tee, da die gesunden Wirkstoffe des Honigs so erhalten bleiben.
  • Bereiten Sie Arzneitee immer frisch zu.
  • Lassen Sie den Tee zugedeckt ziehen.
Kräutertees: Sorten und Rezepte
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Die besten Kräutertees bei Durchfall

Mit Gerbstoffen den Durchfall lindern

Pflanzen, die in der Naturheilkunde gegen Durchfall eingesetzt werden, enthalten häufig Gerbstoffe. Diese Wirkstoffe verbinden sich im Körper mit Proteinen und bilden eine Schutzschicht auf der Darmschleimhaut. Auf diese Weise entsteht ein entzündungshemmender, beruhigender Effekt und Giftstoffe können nur noch schwer aus dem Darm in den Körper eindringen. Gerbstoffreiche Wirkstoffe sind zum Beispiel Eichenrinde, Frauenmantel oder Beifuß.

Anistee aus gequetschten Anisfrüchten

Anisfrüchte haben eine schleimlösende und entkrampfende Wirkung auf den Magen-Darm-Trakt. Brühen Sie einen viertel Teelöffel der gequetschten Früchte mit 150 Millilitern kochendem Wasser auf und lassen Sie den Tee fünf Minuten zugedeckt ziehen. Seihen Sie die Früchte ab und trinken Sie den Tee langsam in kleinen Schlucken.

Kamillentee

Die Kamille hat in Deutschland eine lange Tradition als Heilpflanze. Sie enthält ätherische Öle, die den Darm beruhigen und Durchfall entgegenwirken können. Überbrühen Sie drei Kamillenblüten mit 150 Millilitern kochendem Wasser und lassen Sie den Kamillentee nur eine Minute ziehen. Zur besseren Unterstützung der Selbstheilung Ihres Körpers können Sie dem Tee wenige Tropfen Kamillentinktur zufügen. Trinken Sie mehrere frisch zubereitete Tassen Kamillentee über den Tag verteilt.

Eichenrindentee

Die Rinde des Eichenbaums hat gerbende und entzündungshemmende Eigenschaften. Sie zieht die Darmschleimhaut zusammen und dichtet sie so ab. Der Körper verliert unter dem Einfluss der Eichenrinde weniger Wasser und nimmt weniger Giftstoffe aus dem Darm in den Körper auf. Setzen Sie einen halben Teelöffel Eichenrinde auf 150 Milliliter Wasser über einige Stunden kalt an. Lassen Sie den Tee im Anschluss circa 15 Minuten köcheln und vor dem Abseihen noch wenige Minuten ziehen. Trinken Sie mehrere Tassen Eichenrindentee am Tag, bis Sie eine Besserung des Durchfalls bemerken.

Fencheltee aus gequetschten Fenchelfrüchten

Fenchel wirkt ebenfalls krampf- und schleimlösend auf den Darm. Gießen Sie einen viertel Teelöffel der gequetschten Früchte mit 150 Millilitern kochendem Wasser auf und lassen Sie den Tee fünf Minuten zugedeckt ziehen. Trinken Sie die abgeseihte Flüssigkeit langsam und wiederholen Sie die Behandlung mehrmals täglich, bis Ihre Symptome nachlassen.

Pfefferminztee

Die Pfefferminze wirkt durch ihre ätherischen Öle (60 % Menthol) fördernd auf den Abfluss und die Produktion der Gallenflüssigkeit. Überbrühen Sie einen viertel Teelöffel Pfefferminzblätter mit 150 Millilitern kochendem Wasser und lassen Sie den Tee zwei Minuten zugedeckt ziehen. Trinken Sie mehrere Tassen Pfefferminztee über den Tag verteilt, zur Unterstützung der Selbstheilung Ihres Darms. Pfefferminztee ist nicht für stillende Mütter, Säuglinge und Patienten mit Magengeschwüren geeignet.

Beifußblättertee

Nutzen Sie die Gerbstoffe des Beifuß und bereiten Sie einen Tee aus einem viertel Teelöffel Beifußblättern und 150 Millilitern kochendem Wasser zu. Lassen Sie den Tee fünf Minuten zugedeckt ziehen und seihen Sie die Blätter dann ab. Trinken Sie eine Tasse pro Tag in kleinen Schlucken, bis der Durchfall abnimmt.

Teemischung aus Heidelbeeren, Melisse und Kamille

Eine beliebte Therapie der akuten Durchfallerkrankung ist auch die Anwendung einer Teemischung aus verschiedenen Heilpflanzen. Mischen Sie einen halben Teelöffel getrocknete Heidelbeeren mit je einem viertel Teelöffel Melissenblätter und Kamillenblüten und kochen Sie die Kräutermischung in kaltem Wasser auf. Lassen Sie den Tee im Anschluss zehn Minuten ziehen und seihen Sie ihn ab. Trinken Sie drei Tassen täglich, bis sich der Durchfall deutlich bessert.

Quellen

  • Herold G und Mitarbeiter: Innere Medizin, 2014, Köln Gerd Herold - Robert Koch-Institut (RKI), http://www.rki.de/DE/Content/Infekt/infekt_node.html
  • Schönau und Mitarbeiter: Pädiatrie integrativ, Urban & Fischer
  • http://www.docjones.de/krankheiten/durchfall#Pflanzliche%20Wirkstoffe
  • Fugh-Berman A; Herb-drug interactions Lancet 355: 134 – 138; 2000
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Ihre Jessica Kilonzo, Fachärztin und Autorin